Meine Exkursion in der Heide

Um mich besser auf meine Natur/Umwelt-Projekte vorzubereiten, werde ich noch an einer Exkursion in der Heide teilnehmen.

Am 16. Dezember und 17. Dezember 2025 fand meine Exkursion in der Lüneburger Heide statt.

Am ersten Tag sind wir von Celle aus gestartet. An mehreren Bereichen des Flusses „Lutter“ habe ich viel über die Flussperlmuschel gelernt. Da diese Muschelart sich perfekt an Kies ansiedeln kann, wurden Mengen an Kies in jeweiligen Flussbereichen verschüttet, damit auch diese besondere Muschelart nicht ausstirbt. Denn sie ist leider sehr selten verbreitet. In Deutschland kommt sie in der Lüneburger Heide, als einziger Standort, vor.  An einer Flussstelle war ehemalig eine Chemie-Fabrik, in der Schlaftabletten hergestellt wurden. Dort, Vorort, konnte man sich gar nicht vorstellen, dass in dieser Natur mal eine Fabrik stand. Des Weiteren waren wir an dem Tag auf einem Hochsitz am Feldrand, auf dem man perfekt sehen konnte, wie gleichmäßig und gerade die dortigen Bäume gewachsen sind. Das faszinierte daran war, dass die Bäume dort noch gar nicht so lange stehen. Kurz vor dem frühen, winterlichen Sonnenuntergang sind wir noch in die Lutter gegangen, mit Schutzausrüstung. In dem Fluss haben wir Flussperlmuscheln gesucht und tatsächlich auch gefunden. Diese konnte man kaum sehen. Trotz dessen, war es sehr interessant und eine Ehre diese seltene Art live sehen zu können. An den Flussstellen und auf dem Hochsitz hat der Guide Fotos gemacht. Jahre zuvor hatte er dort auch die Stellen fotografiert. Die Fotos der letzten Jahre, die Entwicklung der Flüsse, nebeneinander zu sehen war sehr spannend, weil beispielsweise ein Ufer fehlte, das heutzutage sehr ausgeprägt ist oder ein Ufer, das heutzutage nicht mehr zu sehen ist…

Am folgenden, 17. Dezember 2025, haben wir Bäume von einem zum nächsten Ort gebracht. Beim Anfangsort kann es passieren, dass die Bäume durch einen Bagger überfahren und dabei abgerissen werden. Der weitere Grund war, dass dort zu wenig Tageslicht für die sogenannten (Schwarz-)Erlen war. Um das Überfahren zu verhindern und den Bäumen mehr Licht zu bescheren, haben wir sie ausgegraben und verladen. Anschließend zu einem, in der Nähe liegendem, Waldstück transportiert. Dieses Waldstück hat mehr Tageslicht und liegt direkt am Fluss. Dort haben wir die unglaublich 50 (Schwarz-)Erlen jeweils alle vier Meter eingegraben. 

Du hast noch nie etwas über die Flussperlmuschel gehört? Diese Entwicklung wurde bei der Exkursion erzählt:

1. Fortpflanzung und Eiablage

  • Weibchen tragen bis zu 10 Millionen Eier in ihren Kiemen.

  • Nach der Befruchtung entwickeln sich daraus winzige Larven, die Glochidien heißen.

  • Ein Weibchen kann im Laufe seines Lebens rund 200 Millionen Glochidien produzieren.

2. Freisetzung der Glochidien

  • Im Spätsommer werden die Larven massenhaft ins Wasser abgegeben.

  • Sie sind nur 0,04–0,07 mm groß und müssen innerhalb eines Tages einen geeigneten Wirtsfisch erreichen, meist eine Bachforelle.

3. Parasitische Phase im Wirtsfisch

  • Die Glochidien werden von jungen Forellen eingeatmet und heften sich in den Kiemen fest, indem sie ihre kleinen Schalen zuklappen.

  • Dort bleiben sie mehrere Wochen bis Monate und wachsen auf etwa 0,4–0,7 mm heran.

  • Diese Phase ist überlebenswichtig – ohne Wirtsfisch stirbt die Larve.

4. Abfallen und Einleben im Gewässerboden

  • Etwa im Mai lösen sich die Jungmuscheln vom Fisch und sinken zu Boden.

  • Sie graben sich zwischen Kies und Sand ein und beginnen dort ihr eigenständiges Leben.

5. Wachstum zur erwachsenen Muschel

  • Die Muschel wächst extrem langsam.

  • Sie erreicht die Geschlechtsreife erst nach 10–15 Jahren (je nach Gewässerqualität).

  • Erwachsene Flussperlmuscheln können 100–200 Jahre, in nördlichen Regionen sogar bis zu 280 Jahre alt werden.

 

Du hast noch nie etwas von (Schwarz-) Erlen gehört? Diese Fakten habe ich bei der Exkursion gelernt:

1. Sie liebt nasse Füße

  • Sie wächst an Bächen, Flüssen, in Auwäldern und Mooren.

  • Sie hält Überflutungen bis zu 6 Wochen aus.

  • Ihr Wurzelsystem ist ein Herz- bis Flachwurzler, perfekt für weiche, nasse Böden.

2. Sie verbessert den Boden

Erlen gehören zu den wenigen Laubbäumen, die Stickstoff binden – dank symbiotischer Bakterien in ihren Wurzelknöllchen. Das bedeutet:

  • Sie reichern den Boden mit Nährstoffen an.

  • Sie bereiten den Standort für andere Pflanzen vor.

  • Deshalb gelten sie als Pioniergehölz.

3. Sie stabilisiert Ufer und schützt Gewässer

Erlenwurzeln:

  • verhindern Ufererosion,

  • filtern Nährstoffe,

  • beschatten das Wasser und halten es kühl – wichtig für Forellen und andere Kaltwasserarten.

4. Ihr Holz ist außergewöhnlich

Erlenholz ist unter Wasser extrem dauerhaft.

  • Deshalb steht ein Großteil von Venedig auf Erlenpfählen – ohne sie wäre die Stadt „weggeschwommen“.

  • Das Holz ist außerdem leicht, gut zu bearbeiten und wird für Möbel, Musikinstrumente und Drechselarbeiten genutzt.

5. Sie ist ein Hotspot für Artenvielfalt

Erlen bieten Lebensraum für:

  • zahlreiche Insektenarten,

  • Vögel, die in den weichen Uferbereichen brüten,

  • Amphibien und Kleinsäuger in Erlenbrüchen.

6. Auffällige Merkmale

  • Rundliche, oben oft eingekerbte Blätter

  • Rote, lang gestielte Knospen, die vom Zweig abstehen

  • Kleine „Zapfen“ als Fruchtstände – ein typisches Erkennungsmerkmal.

 

 

Mein Fazit:

Vielleicht werde ich nicht viel mit der Flussperlmuschel in Neuseeland zutun haben aber falls, bin ich sehr gut informiert. Dass Bäume eher an Orte wachsen, an denen mehr Licht ist, wusste ich. Aber dadurch, dass wir selber Bäume umgepflanzt haben, sozusagen, ist es mir nochmal klarer geworden und wenn ich Erlen in Neuseeland begegne, kenne ich ihre besonderen Merkmale. Allgemein waren es zwei sehr informative Tage und ich bin mir sicher, dass mir die ein und andere Information in Neuseeland sehr weiterhelfen wird.

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